Zum 13. Mal fand heuer das allseits beliebte Karl-Mala-Gedenkturnier
Endstand statt. Vier heiße Tage im Juli, vom 08. bis 11., kämpften anfänglich 224 Teilnehmer, darunter
4 Großmeister, 8 Internationale Meister und 8 FIDE-Meister um die reichlich vorhandenen Geldpreise.
Gewonnen hat das Turnier mit sechs Siegen und, wer wollte es ihm verdenken, einem Schlußrundenremis,
IM Oleg Boguslavskyy. Durch überaus starkes Spiel bezwang er die Titelträger
IM Reschke und
GM Kunin.
Das bereits erwähnte Remis gab es gegen den zweitplazierten
IM Yuri Boidman (siehe obiges Bild). Traditionell
hatten wir immer schon einen sehr hohen Anteil an Kindern und Jugendlichen, ein Trend, der
sich diesmal wieder bestätigte. In der Altersklasse U14 waren 26 Kinder am Start, den
Preis als bester U14er gewann
Alexander Donchenko mit 4,5 Punkten vor
Mark Kvetny,
Manuel Toews und
Andrei Korchounov, alle vier Punkte.
In der U18 spielten gar dreißig Jugendliche um den Topf, hier siegte
Constantin Goebel mit
5 Punkten, aber besserer Feinwertung vor
Johannes Carow, ebenfalls fünf. Alle beide waren
gleichzeitig auch auf Platz eins (!) und zwei (!) der höchsten Ratinggruppe (2150 bis 1950),
sodaß sie ihre Preise aus diesem Topf bekamen und die Jugendpreise an die nächstplazierten Spieler
gingen.
Den dritten Platz erreichte mit 4,5 Punkten
Christian Specht, ein schöner Beweis, wie
erfolgreich im Unterverband "Main-Taunus", und hier speziell in Flörsheim, Jugendarbeit
betrieben wird. Den Damenpreis, wer hätte angesichts einer Rating von 2326 ELO auch etwas
anderes erwartet, ging an die Leipziger Internationale Meisterin
Melanie Ohme, die kommende Saison
für den hessischen Oberligisten Neuberg starten wird. Mit einem Punkt Abstand, nämlich vier, folgte ihr
die bärenstark aufspielende
Nino Begeluri, welche durch ihr tolles Ergebnis einen DWZ-Zuwachs
von sage und schreibe 171 Punkten erzielen konnte. Das bedeutet Turnierrekord vor einem anderen
Jugendlichen, nämlich
Deniz Bittner, welcher es "nur" auf ein Plus von 101 Punkten brachte!
Bei den Senioren stand ein Trio aus Internationalen Meistern ganz oben, nämlich
Klaus Klundt,
Anatoly Donchenko und
Leonid Sobolevsky, alle mit fünf Zählern.
Soweit die rein sportlichen Höhepunkte des Turniers, das in den ruhigen und souveränen Händen
von FIDE-Schiedsrichter
Thomas Rondio und seinem assistierenden Turnierleiter
Pierre Braunberger
einmal mehr einen schönen und reibungslosen Verlauf nehmen konnte.
Apropos schön - die Spielbedingungen waren diesmal die besten, die je in Griesheim geboten
wurden, und zwar lag das nicht nur an der vollklimatisierten großen Halle, in der auch
nach Stunden noch frische Luft zum Atmen existierte, denn das ist für unsere Stammgäste längst
nichts neues mehr.
Endlich war es uns möglich, für ein Turnier dieser Ordnung auch standesgemäßes Spielmaterial
zur Verfügung zu stellen. So gebührt ein "Herzliches Dankeschön" an die Chess Tigers, und
hier ganz besonders an
Hans-Walter Schmitt, der uns nicht nur die tollen, weiter unten zu
sehenden Photos zur Veröffentlichung freigab, sondern auch das Equipment der Chess Classics
bereitwillig zur Benutzung überantwortete.
Allerdings gibt es immer etwas zu verbessern bzw. zu ändern, und so sollen hier auch die
drängendsten Kritikpunkte einmal angeschnitten werden. (Wem hierzu noch etwas einfällt, sollte
uns eine Mail senden, oben auf "Kontakt" klicken und abschicken)
Die Prozedur des Anmeldens war wie immer sehr langwierig, weil auch die bereits vorangemeldeten
Spieler sich noch einmal registrieren mußten, und so eine Stunde bis Turnierbeginn im Foyer
des Bürgerhauses zuwarten durften, gepeinigt von backofenähnlichen Temperaturen. Man könnte
auf eine Registrierung der Vorangemeldeten verzichten, denn wer bezahlt hat, wird ja in aller
Regel auch erscheinen.
Sodann müssen wir uns überlegen, wie wir das Problem der niederlagenbedingten Turnierabbrüche
in den Griff bekommen, dieses Jahr war es ganz besonders schlimm, und so etwas kann, wenn es
im Übermaß stattfindet, auf einen Turnierveranstalter zurückfallen. Es ist für jeden Spieler
ziemlich frustrierend, gegen einen Turnierfavoriten zu punkten, und statt daß man dann einen
Buchholzriesen zu Buche stehen hat, der einem für die eigene Ratinggruppe ordentlich mit
Feinwertung versorgt, kriegt man wegen eines Turnierabbruchs stattdessen eine Buchholzleiche
in den Keller gelegt.
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