XIII. Karl-Mala-Gedenkturnier 08. - 11.Juli 2010

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Bericht vom XIII. Karl-Mala-Open in Frankfurt/Main (Ralph Blum)

Alle Photos: Hans-Walter Schmitt

Zum 13. Mal fand heuer das allseits beliebte Karl-Mala-Gedenkturnier Endstand statt. Vier heiße Tage im Juli, vom 08. bis 11., kämpften anfänglich 224 Teilnehmer, darunter 4 Großmeister, 8 Internationale Meister und 8 FIDE-Meister um die reichlich vorhandenen Geldpreise. Gewonnen hat das Turnier mit sechs Siegen und, wer wollte es ihm verdenken, einem Schlußrundenremis, IM Oleg Boguslavskyy. Durch überaus starkes Spiel bezwang er die Titelträger IM Reschke und GM Kunin. Das bereits erwähnte Remis gab es gegen den zweitplazierten IM Yuri Boidman (siehe obiges Bild). Traditionell hatten wir immer schon einen sehr hohen Anteil an Kindern und Jugendlichen, ein Trend, der sich diesmal wieder bestätigte. In der Altersklasse U14 waren 26 Kinder am Start, den Preis als bester U14er gewann Alexander Donchenko mit 4,5 Punkten vor Mark Kvetny, Manuel Toews und Andrei Korchounov, alle vier Punkte. In der U18 spielten gar dreißig Jugendliche um den Topf, hier siegte Constantin Goebel mit 5 Punkten, aber besserer Feinwertung vor Johannes Carow, ebenfalls fünf. Alle beide waren gleichzeitig auch auf Platz eins (!) und zwei (!) der höchsten Ratinggruppe (2150 bis 1950), sodaß sie ihre Preise aus diesem Topf bekamen und die Jugendpreise an die nächstplazierten Spieler gingen. Den dritten Platz erreichte mit 4,5 Punkten Christian Specht, ein schöner Beweis, wie erfolgreich im Unterverband "Main-Taunus", und hier speziell in Flörsheim, Jugendarbeit betrieben wird. Den Damenpreis, wer hätte angesichts einer Rating von 2326 ELO auch etwas anderes erwartet, ging an die Leipziger Internationale Meisterin Melanie Ohme, die kommende Saison für den hessischen Oberligisten Neuberg starten wird. Mit einem Punkt Abstand, nämlich vier, folgte ihr die bärenstark aufspielende Nino Begeluri, welche durch ihr tolles Ergebnis einen DWZ-Zuwachs von sage und schreibe 171 Punkten erzielen konnte. Das bedeutet Turnierrekord vor einem anderen Jugendlichen, nämlich Deniz Bittner, welcher es "nur" auf ein Plus von 101 Punkten brachte! Bei den Senioren stand ein Trio aus Internationalen Meistern ganz oben, nämlich Klaus Klundt, Anatoly Donchenko und Leonid Sobolevsky, alle mit fünf Zählern.
Soweit die rein sportlichen Höhepunkte des Turniers, das in den ruhigen und souveränen Händen von FIDE-Schiedsrichter Thomas Rondio und seinem assistierenden Turnierleiter Pierre Braunberger einmal mehr einen schönen und reibungslosen Verlauf nehmen konnte.
Apropos schön - die Spielbedingungen waren diesmal die besten, die je in Griesheim geboten wurden, und zwar lag das nicht nur an der vollklimatisierten großen Halle, in der auch nach Stunden noch frische Luft zum Atmen existierte, denn das ist für unsere Stammgäste längst nichts neues mehr.
Endlich war es uns möglich, für ein Turnier dieser Ordnung auch standesgemäßes Spielmaterial zur Verfügung zu stellen. So gebührt ein "Herzliches Dankeschön" an die Chess Tigers, und hier ganz besonders an Hans-Walter Schmitt, der uns nicht nur die tollen, weiter unten zu sehenden Photos zur Veröffentlichung freigab, sondern auch das Equipment der Chess Classics bereitwillig zur Benutzung überantwortete.
Allerdings gibt es immer etwas zu verbessern bzw. zu ändern, und so sollen hier auch die drängendsten Kritikpunkte einmal angeschnitten werden. (Wem hierzu noch etwas einfällt, sollte uns eine Mail senden, oben auf "Kontakt" klicken und abschicken)
Die Prozedur des Anmeldens war wie immer sehr langwierig, weil auch die bereits vorangemeldeten Spieler sich noch einmal registrieren mußten, und so eine Stunde bis Turnierbeginn im Foyer des Bürgerhauses zuwarten durften, gepeinigt von backofenähnlichen Temperaturen. Man könnte auf eine Registrierung der Vorangemeldeten verzichten, denn wer bezahlt hat, wird ja in aller Regel auch erscheinen.
Sodann müssen wir uns überlegen, wie wir das Problem der niederlagenbedingten Turnierabbrüche in den Griff bekommen, dieses Jahr war es ganz besonders schlimm, und so etwas kann, wenn es im Übermaß stattfindet, auf einen Turnierveranstalter zurückfallen. Es ist für jeden Spieler ziemlich frustrierend, gegen einen Turnierfavoriten zu punkten, und statt daß man dann einen Buchholzriesen zu Buche stehen hat, der einem für die eigene Ratinggruppe ordentlich mit Feinwertung versorgt, kriegt man wegen eines Turnierabbruchs stattdessen eine Buchholzleiche in den Keller gelegt.

Hier der Turnierbericht aus 2009

Der Bericht öffnet sich in einem neuen Tab.