Der Verein
Was wir wollen
Die Schachgesellschaft Griesheim von 2001 e. V. entstand aus dem Wunsch heraus, das
mittlerweile zur guten Tradition gewordene Karl - Mala - Gedenkturnier fortzuführen.
Nachdem aus den Reihen des bisherigen Veranstalters, des SV 1934 Ffm. - Griesheim e. V.,
Kritik an der jährlichen Ausrichtung des Turniers lautgeworden war, und eine Weiterführung
für den Verein, bedingt durch seine damalige dünne Personaldecke, ohnedies nicht mehr in
Frage zu kommen schien, entschlossen sich gegen Ende des Jahres 2001 einige
Griesheimer Schachfreunde, das Turnier, allen widrigen Umständen zum Trotz, doch nicht
sterben zu lassen.
Es entstand als neuer Verein die Schachgesellschaft, um die anfallenden Aufgaben besser
bewältigen zu können.
Dies war auch eine Reaktion auf die Tatsache, daß nur Vereine bei der Raummiete im
Bürgerhaus Griesheim von der Stadt Frankfurt bezuschußt werden - anders verfaßt haben wir
keine Chance gesehen, eine solche Veranstaltung auszurichten.
Ein Turnier dieser Größenordnung birgt ein finanzielles Risiko - und dieses wollten wir
nicht mit unserem privaten Vermögen tragen.
Schlußendlich wollen wir auch als eine Art Förderverein für den "eigentlichen" Griesheimer
Schachverein auftreten, sowie das hiesige, buchstäblich in den Kinderschuhen steckende
Jugendschach nach Kräften unterstützen.
Der Frankfurter Stadtteil Griesheim ist, um es vorsichtig auszudrücken, mit kulturellen
und gesellschaftliechen Höhepunkten nicht gerade gesegnet, sieht man einmal vom
alljährlichen Mainuferfest ab.
Da ist denn so ein jährlich ausgetragenes Schachturnier schon eine gewisse Bereicherung.
Für all das, und damit sich auch dieses Jahr wieder zahlreiche Schachfreunde- und
freundinnen bei uns wohlfühlen und ein für sie schönes Turnier erleben werden, sind wir
angetreten.
Der Namensgeber des Turniers
Wer war Karl Mala?
Mit der Veranstaltung des Karl - Mala - Gedenkturnieres möchten die Griesheimer
Schachspieler einem ihrer Förderer und langjährigen Wegbegleiter ein ehrendes Andenken
widmen. Karl Mala, geboren am 13.03.1907 in Budenheim bei Mainz, war eines der
Gründungsmitglieder des am 22. 06. 1934 ins Leben gerufenen "Schachverein 1934,
Frankfurt/Main - Griesheim".
Es geht die Sage, daß die Wurzeln des organisierten Griesheimer Schachs allerdings tiefer
reichen, nämlich weit vor den Beginn der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft zu
datieren sind.
Ein "Arbeiterschachverein", der im Zuge des sich ausweitenden "Arbeiterschachbundes"
gegründet wurde, und der bis zu seinem Verbot im Jahre 1933 einer der ersten Schachvereine
im hiesigen Gebiet darstellte, soll der Ursprung des Ganzen gewesen sein.
Eine Anzahl Schachspieler, die diesem aufgelösten Verein angehörten, hoben deshalb den
neuen Schachverein aus der Taufe, und wählten das Jahr 1934 als Gründungsdatum, um so eine
bewußte Abgrenzung zum Beginn des "Tausendjährigen Reiches" zu dokumentieren.
Karl Mala war das jüngste der vierzehn Gründungsmitglieder und hat diesem Schachverein bis
zu seinem Tode am 15.12.1995 die Treue gehalten.
Von Beruf Kaufmann, galt seine Leidenschaft in jungen Jahren dem Reisen, das ihn durch
ganz Europa führte.
Ausgestattet mit einer hervorragenden Bildung, erwies sich Karl Mala auf einigen
Wissensgebieten, namentlich der Geschichte, Religion und Musik, als profunder Kenner der
Materie.
Noch in hohem Alter besuchte er stets die Aufführungen in Bayreuth und Verona, um nur zwei
zu nennen.
Schach war jedoch der eigentliche Lebensinhalt, seiner Initiative verdankt Griesheim unter
Anderem eine Freiluftschachanlage am dortigen Mainufer, welche von Mitgliedern des
Vereines im Sommer betreut wird, und die einen steten Publikumsmagneten bildet.
Ohne sein Wirken wäre der Schachverein, gerade in den immer wieder aufgetretenen "mageren
Jahren" wohl schon längst mangels Mitglieder aufgelöst worden, er schaffte es aber immer
wieder, mit beispiellosem Engagement "seinen" Verein am Leben zu erhalten.
An Ehrungen hat es nicht gefehlt; der Hessische Schachverband verlieh ihm aus Anlaß des
55-jährigen Vereinsjubiläums die silberne Ehrennadel, und noch im Jahre 1995 überreichte
ihm der damalige Oberbürgermeister Andreas von Schoeler die Sportplakette der Stadt
Frankfurt für seine 60-jährige ehrenamtliche Tätigkeit.
Die Griesheimer Schachspieler möchten mit dem alljährlich ausgetragenen Schachturnier
ihrem Förderer und Mentor Karl Mala ein seiner würdiges Andenken setzen.
Pläne für die Ausrichtung eines großen Turnieres hatte es schon länger gegeben, leider
erlebte Karl Mala dieses Ereignis nicht mehr.
Es hätte ihn wahrscheinlich sehr gefreut.